Sparbriefe schlagen Schatzbriefe des Bundes teils deutlich

Welche Geldanlage lohnt sich für mich? Welches Produkt kann mir hohe Sicherheit und eine ordentliche Rendite zugleich bieten? Solche Gedankenspiele sind bei den Sparern in Deutschland nicht erst seit Ausbruch der Finanzkrise an der Tagesordnung. Denn die Aussagen der Experten zur Rentabilität der verschiedenen Produkte unterscheiden sich vielfach. Für den Laien entsteht bei solch widersprüchlichen Ratschlägen eine mehr verwirrende Situation, mit der sie oftmals völlig überfordert sind. Diskutiert wurde zuletzt beispielsweise, welchen Wert die so genannten Bundesschatzbriefe für die deutschen Anleger derzeit haben können. Aktuelle Tests zeigten nun, dass sich diese Anlagevariante für die meisten Verbraucher derzeit eher nicht lohnt. Zwar bieten die Schatzbriefe nach wie vor eine hohe Investitionssicherheit. Diese Sicherheit aber bezahlen die Anleger mit wenig erbaulichen Niedrigzinsen, die nahelegen, dass die Suche nach dem richtigen Produkt fortgesetzt werden muss. Nach Einschätzungen von Finanzexperten können die bekannten Sparbriefe eine willkommene Alternative für interessierte Sparer sein.

Durchschnittliche Rendite bei Bundesschatzbriefen derzeit wenig attraktiv

Für diese Anlagemodelle sprechen verschiedene spezifische Eigenschaften der Sparbriefe. Welche dies sind, zeigt sich im direkten Vergleich von Schatzbriefen und Sparbrief-Angeboten. Bundesschatzbriefe werden in Deutschland mit einem so genannten Stufenzins angeboten, der auf wahlweise sechs oder sieben Jahre angesetzt wird, so dass Sparern sukzessive bessere jährliche Zinssatz garantiert werden bei der Ausgabe. Doch die momentane Zinslage ist als eher unvorteilhaft zu bezeichnen. Denn die Schatzbriefe bringen derzeit nur maximal durchschnittlich 1,64 Prozent Rendite pro Jahr ein – wenn die Sparer bis zum Ende der vereinbarten Laufzeit am Produkt festhalten.

Beste Sparbriefe mit weit mehr als drei Prozent Zinsen pro Jahr

Bei vielen Banken sind im Sparbriefsektor hingegen derzeit Zinssätze in Höhe von bis zu sage und schreibe vier Prozent zu finden. Natürlich beziehen sich solche Offerten ebenfalls auf langfristige Sparbriefe. Dennoch wirft der derzeitige Spitzenreiter bei gleicher Laufzeit von sieben Jahren mehr als doppelt so viel Rendite ab wie die Bundesschatzbriefe des Typs B. Viele Anleger werden angesichts solcher Aussichten nicht lange zögern, wenn sie die Möglichkeit haben, dauerhafte Investitionen vorzunehmen. Für die Sparbriefe sprechen auch die aktuellen Index-Ergebnisse in dieser Sparte des Marktes. Der Biallo-Sparbriefindex etwa lässt nach Auswertung von 60 verschiedenen Sparbrief-Angeboten eine Durchschnittsverzinsung in Höhe von 2,39 Prozent (bei sechs Jahren Spardauer) bzw. 2,53 Prozent (bei einer Laufzeit von sieben Jahren) pro Jahr erkennen. Damit liegen auch die durchschnittlichen Ergebnis immer noch rund ein Prozent über der derzeitigen Schatzbrief-Verzinsung durch den Bund. Selbst mit vielen der lukrativsten Festgeld-Konten bei gleicher Laufzeit können es die Sparbriefe in der momentanen Marktlage also aufnehmen.

Bei der Planung müssen die interessierten Anleger jedoch vor ihrem Engagement genau prüfen, welche Mindestinvestitionen bei den Sparbriefen gefordert werden. In diesem Punkt gibt es je nach Anbieter gravierende Unterschiede, die ebenfalls zu Zinsstaffelungen bei den Schatzbrief-Laufzeiten führen können. Zudem ist die Erbringung einer Mindesteinlage nicht nur für den genauen Zinssatz verantwortlich, sondern – auch hier eine Parallele zu Tages- oder Festgeld – Grundvoraussetzung, damit Anleger überhaupt einen Sparbrief eröffnen können. Auch die müssen die Sparer bei den Sparbriefen die Einlagensicherung im Blick haben.